Neujahr D vs. CH: der Unterschied liegt in der 20!

zu Besuch beim Cousinschen

2012 war seit einigen Jahren mal wieder ein richtig richtig geniales Sylvester! Nachdem ich die Woche zuvor zu Hause königlich gemästet worden bin, gings zusammen mit Bettina zu meinem Cousinschen Daniela nach Köln.

 

Hier eine kleiner Vergleich des Neujahr-feierns in Zürich und Köln…

 

Zürich: Man begibt sich um 23.30 in eisiger Kälte zum Bürkliplatz, gefühlte 20k Leute stehen bereits dort und unterhalten sich friedlich. Gegen 24 Uhr fallen sich ein paar Dutzend Deutsche und andere Europäer, nachdem sie 10 abwärts gezählt haben, kreischend in die Arme und freuen sich für etwa eine Minute… um dann festzustellen, dass es kein Feuerwerk gibt. Die Schweizer hingegen (alle in Gruppen um die 20 Leute) prosten sich gegenseitig zu, schauen sich dabei in die Augen und sagen den Namen des Gegenübers, wünschen ein frohes Neues, alles Gute, Erfolg und nur das Beste in Gottes Namen, das natürlich 20x20mal… was summa summarum auch in etwa 20 Minuten dauert. Nach diesen 20 Minuten fängt dann (die europäischen Besucher des Neujahrstreibens haben sich mittlerweile nach Hause oder in angrenzende Clubs verzogen) das Feuerwerk an. Auf einer Skala von 1-10 ist es durchaus eine ansehnliche 7, allerdings lokal sehr begrenzt auf den Zürichsee. Das Feuerwerk darf nämlich nur von staatlich authorisierten Feuerwerkskörpermenschen abgefeuerwerkt werden. Nach weiteren 10 Minuten ist das Neue Jahr damit offiziell begrüsst und das Volk macht sich irgendwohin fort. Ist eh mittlerweile -20°.

 

Feuer frei!

Köln: Ab 20 Uhr wird zurückgeschossen. Nachdem die Polizei offiziell Dienstschluss verkündet hat, ziehen kleinere gesetzlose Banden durch die Strassen und sprengen alles in die Luft, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Gegen 23.30 sind sämtliche Rheinbrücken (von denen es eine Menge gibt) für den Autoverkehr gesperrt und von 200k Leuten besetzt. Das Rheinufer sieht nicht viel anders aus (bis auf die unter Beschuss stehenden Bäume). Die ohnehin schon kriegsähnlichen Zustände eskalieren 20 Sekunden vor Mitternacht, als eine Schar RTL2-Tussis unter den Auswirkungen der siebten Sekt-Druckbetankung in ein schallendes “frohs Neus Jaaahaaar” ein Salut von Raketenschüssen der polnischen Böller Marke “Apokalipsa nadchodzi” zünden und den Rollstuhl Opa Mutzkes von nebenan in Flammen setzen. Die Kölner und Nichtkölner fallen sich kollektiv in die Arme, es wird jebützt (kölsch: ein Küsschen oder mehrere geben), jeknuddelt und jefeiert. Das Feuerwerk ist “global” über komplett Köln nun zu seinem Höhepunkt gekommen und der Kölner Flughafen erteilt für anfliegende A380 ein striktes Landeverbot. Gegen 2 Uhr in der Nacht verstummen die letzten Raketen und Böller, dafür hört man von den Ringen – wo sich mittlerweile die Party konzentriert – die Beats der Discos in das neue Jahr hineinschallen. Nach 20 Kölsch hat man vergessen wie man wo und warum überhaupt nach Hause gekommen ist und ist sich eines gewiss: 2012 fängt schon mal sehr jut an! :)

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